Das Beste kommt zum Schluss: Hallo iOS!

Bestünde das Jahr lediglich aus den Monaten Januar bis November, wäre 2016 wahrscheinlich nicht als eines der besten Jahre in meinem persönlichen Geschichtsbuch verzeichnet. Allerdings hielt der Dezember dann doch noch eine besondere Überraschung für mich parat, die nun letztendlich für ein (hoffentlich) wohlverdientes Happy End gesorgt hat: Nach etwas mehr als 10 Jahren im Web- und DevOps-Bereich, werde ich ab März 2017 das Chefkoch Mobile-Team als Vollzeit iOS Entwickler unterstützen.

Wer mich kennt weiss, dass damit ein langjähriger Traum für mich in Erfüllung geht. Dazu sollte ich vielleicht ein wenig weiter ausholen…

Im Frühjahr 2008 veröffentlichte Apple das allererste SDK (Software Development Kit) für’s iPhone. Ich hatte mich zwar in den Jahren davor schon ein wenig mit der Entwicklung von Mac Apps beschäftigt, aber erst mit dem Release des “iPhone OS SDK” entbrannte eine echte Leidenschaft inklusive des Wunsches irgendwann einmal meinen Lebensunterhalt mit der Entwicklung von iOS Apps zu bestreiten. Damals habe ich sogar den kompletten allerersten “iPhone Programming Guide” drucken und binden lassen; einfach weil in den ersten Monaten noch keine Bücher zu der Thematik erhältlich waren.

Im Jahr 2009 sah es zum ersten Mal danach aus, als ob sich der Wunsch erfüllen könnte, als ein Kunde meiner damaligen Firma eine iPhone Wallpaper App mit eigenem Symfony-Backend in Auftrag gab. Ich war sofort Feuer und Flamme und stürzte mich Hals über Kopf in die Entwicklung. Für einen blutigen Neuling wäre es aus heutiger Sicht wahrscheinlich die pure Hölle gewesen (kein ARC, kein GCD, kein UICollectionView, RAM-Limitierungen der damaligen Gerätegeneration usw.), aber für einen Enthusiasten wie mich war’s der Himmel. Leider musste die Entwicklung der App aus diversen Gründen kurz vor Beginn der Beta-Phase eingestellt werden, weshalb die letzte Erinnerung an mein erstes Projekt nur noch ein privates Code-Repo auf Github ist.

Seitdem war die iOS Entwicklung leider nie mehr als nur ein Hobby für mich. Es mangelte zwar nie an spannenden Ideen für Projekte oder interessanten Neuerungen, die ich ausprobieren wollte, allerdings wurde mir Jahr für Jahr schmerzlich bewusst, dass ich als hauptberuflicher Web-Entwickler den Context-Switch zum “nächtlichen” iOS-Entwickler immer nur für eine sehr kurze Zeit durchhalten konnte, und das ohne irgendwelche wirklich befriedigenden Ergebnisse für mich und andere.

Der geneigte Leser mag nun rätseln, warum man ausgerechnet jemanden wie mich zum Entwickler einer der Top-5 Apps (Stand Dezember 2016) im Bereich “Essen und Trinken” des deutschen AppStore macht. Ganz ehrlich — für mich klingt es auch immer noch unwirklich. Liegt der neue “Gig” außerhalb meiner Komfortzone? Absolut. Werde ich an Tag 1 dazu in der Lage sein richtig produktiven Objective-C/Swift Code zu schreiben? Wahrscheinlich nicht. Was ich allerdings bieten kann ist meine absolute Leidenschaft und sämtliche Erfahrung der letzten 10 Jahre in den Bereichen Web, HTTP/REST und CI/CD.

So traurig es mich macht mein derzeitiges Team in ca. 10 Wochen verlassen zu müssen, so aufgeregt bin ich natürlich aufgrund der neuen Herausforderung und freue mich auf meine neuen iOS-Teamkollegen Marc und Thomas, unsere Android-Crew und den Rest vom Chefkoch Mobile Team.

Ich bedanke mich bei allen, die das Vertrauen in mich setzen und mich dabei bekräftigen, dass ich bereit für diesen neuen Schritt bin. Um das ganze mit einem Zitat von ATP-Podcaster Casey Liss zu beenden, welcher im Februar 2016 einen recht ähnlichen Weg eingeschlagen hat:

It’s time to throw caution to the wind. It’s time to be brave. It’s time to step away from the safety net.

Let’s do this.

We will.

Leverkusen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
37 °F / 3 °C   Clear
61 views